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Soundscapes
So wie Fotografien die Welt bildlich darstellen, sind Soundscapes
klangliche Darstellungen. Man kann sie auch als Phonografien bezeichnen.
Der Begriff Soundscape wurde Anfang der 1970er Jahre durch den kanadischen
Komponisten R. Murray Schafer geprägt. In seinem Buch
The Soundscape: Our Sonic Environment and the Tuning of the World
aus dem Jahre 1977 stellt er die Entwicklung der vom Menschen
beeinflussten Klanglandschaften in einen kulturhistorischen Zusammenhang. Noch heute
sind seine Beobachtungen und Schlussfolgerungen gültig. Das Buch ist sehr lesenswert,
aber nur in Englisch erhältlich.
Einen eher praktischen Ansatz verfolgt Bernie Krause in seinem Buch
Wild Soundscapes: Discovering the Voice of the Natural
World aus dem Jahr 2002.
Er zeigt detailliert, wie man (wieder) hören lernt und welche Möglichkeiten der
Klangaufzeichnungen existieren. Er animiert dazu seine Umwelt akustisch selbst zu
entdecken, bezieht sich dabei besonders auf sein Spezialgebiet, die Biophonie.
Hierunter versteht er die Klangbilder der natürlichen Umwelt, insbesondere
Tiere, Pflanzen und auch Landschaften. Nicht die isolierten Einzellaute sind sein
besonderes Interesse, sondern das gemeinsame Konzert aller Organismen eines Lebensraums,
die jeweils akustische Nischen besetzen. Dem Buch liegt eine CD mit exzellenten
Hörbeispielen bei. Auch dieses Werk ist sehr empfehlenswert, aber ebenfalls nur in englischer
Sprache erhältlich.
Viel mehr Literatur existiert zur Zeit zum Thema Soundscapes nicht.
Seit über 50 Jahren gibt es die Möglichkeit Sounds selbst aufzuzeichnen, das Gewicht
der Ausrüstung und die Kosten waren aber in den meisten Fällen sehr hoch, wenn
die Klangqualität stimmen sollte.
Erst in den letzten 15 Jahren wurden die Qualität der Aufzeichnung und die Tragbarkeit
der Ausrüstung so dramatisch verbessert und die Preise der Systeme so deutlich geringer,
dass auch für den schmaleren Geldbeutel Aufzeichnungen in CD-Qualität möglich wurden.
Näheres unter
Ausrüstung.
In der Fotografie ist es oft möglich, auch unter ungünstigen Umständen noch ein
einigermaßen brauchbares Bild hinzukriegen. Hier stört der Hintergrund, dort fällt
das Licht nicht optimal. Durch Standortwechsel und gegebenenfalls Zusatzlicht in
Form eines Blitzgeräts kann man in vielen Fällen noch etwas herausholen. Nimmt man aber Sounds
auf, ist man unliebsamen Störgeräuschen hilflos ausgeliefert: auch die beste
nachträgliche Filterung kann den reinen Klang nicht hervorzaubern. Hier hilft es nur,
sofern möglich, zu einem ruhigeren Zeitpunkt die Aufnahme zu wiederholen.
Das Phänomen der Lärmverschmutzung ist ein zunehmendes Problem in der Phonografie.
Umso wichtiger erscheint mir die noch vorhandenen Soundscapes zu dokumentieren und zu
archivieren.
Projektthemen
Wie auch im Bereich der Fotografie bieten sich zwei Aufnahmekonzepte an.
1. Themen erschöpfend behandeln
2. Langzeitbeobachtung
Sprachentwicklung eines Kindes
Klang einer Landschaft im Jahresverlauf
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